Lernen hält jung

Gisela ist 95 Jahre alt. Ihr Portrait habe ich bereits vor 5 Jahren gemalt. Sie ist eine beeindruckende Frau. Ihr Leben lang war sie Lehrerin. Sie hat in einer Schule unterrichtet. Als sie in den Ruhestand kam, wurde sie gefragt, ob sie Erwachsene unterrichten könnte. Das hat sie dann auch noch viele Jahre getan. Sie hat Stimmbildung unterrichtet. Auch Privatschüler sind zu ihr gekommen. Sogar jetzt noch kommt ein Mann zu ihr zum Gesangsunterricht.

 

Ich habe sie gefragt: "Fühlst du dich alt?" Sie antwortetet: "Nein. Mein Körper ist alt. Meine Beine wollen nicht mehr so recht. Aber mein Körper ist nichts als ein Gefäß für meine Seele. Und diese ist so jung wie sie immer gewesen ist." 


Gisela unterrichtet nicht nur, sondern sie lernt auch. Sie interessiert sich für spirituelle Fragen, Heilung, Musik. Sie hört Vorträge, nimmt an Seminaren teil, und sie liest viel. Sie lernt immerzu.

 

Lernen und Lehren hält uns jung. Wenn wir lernen, bleiben wir nicht stecken. Wir entwickeln uns weiter. Ich bin sicher, dass wir lernen bis zum letzten Atemzug. Und wir lehren auch bis zum letzten Atemzug: Wir lehren das, was sich uns als wahr gezeigt hat. Diejenigen, die nach uns kommen, brauchen dieses Wissen und diese Erfahrungen. Sie werden damit weitergehen, jedes auf seine Weise. 

Ich bin froh, wenn ich etwas lernen kann. Und ich bin froh, wenn ich mein Wissen weitergeben kann. Gut, wenn andere auch davon profitieren. Lernen und Lehren hält auch mich jung.