Bilder - Geschichten

Hier erzähle ich Ihnen die Geschichten, die zu meinen Bildern gehören. Und ich teile mit Ihnen einige Gedanken, die beim Malen und im Kontakt mit den Betrachter_innen entstanden sind. Viel Freude beim Lesen! 

Lernen hält jung

Gisela ist 95 Jahre alt. Ihr Portrait habe ich bereits vor 5 Jahren gemalt. Sie ist eine beeindruckende Frau. Ihr Leben lang war sie Lehrerin. Sie hat in einer Schule unterrichtet. Als sie in den Ruhestand kam, wurde sie gefragt, ob sie Erwachsene unterrichten könnte. Das hat sie dann auch noch viele Jahre getan. Sie hat Stimmbildung unterrichtet. Auch Privatschüler sind zu ihr gekommen. Sogar jetzt noch kommt ein Mann zu ihr zum Gesangsunterricht.

 

Ich habe sie gefragt: "Fühlst du dich alt?" Sie antwortetet: "Nein. Mein Körper ist alt. Meine Beine wollen nicht mehr so recht. Aber mein Körper ist nichts als ein Gefäß für meine Seele. Und diese ist so jung wie sie immer gewesen ist." 


Gisela unterrichtet nicht nur, sondern sie lernt auch. Sie interessiert sich für spirituelle Fragen, Heilung, Musik. Sie hört Vorträge, nimmt an Seminaren teil, und sie liest viel. Sie lernt immerzu.

 

Lernen und Lehren hält uns jung. Wenn wir lernen, bleiben wir nicht stecken. Wir entwickeln uns weiter. Ich bin sicher, dass wir lernen bis zum letzten Atemzug. Und wir lehren auch bis zum letzten Atemzug: Wir lehren das, was sich uns als wahr gezeigt hat. Diejenigen, die nach uns kommen, brauchen dieses Wissen und diese Erfahrungen. Sie werden damit weitergehen, jedes auf seine Weise. 

Ich bin froh, wenn ich etwas lernen kann. Und ich bin froh, wenn ich mein Wissen weitergeben kann. Gut, wenn andere auch davon profitieren. Lernen und Lehren hält auch mich jung.  

Kindheitserinnerungen

Dieser Bub ist der jüngste von 7 Geschwistern. Die Familie hat einen Bauernhof umgetrieben, und er hat von früh auf mitgemacht. Er lernte mähen, melken, Ställe bauen, Traktor fahren. Er hat sich das hauptsächlich von den großen Geschwistern abgeschaut.

 

Einer der Brüder hat den Hof übernommen. Dieser Jüngste hat studiert. Sein Leben hat einen total anderen Lauf genommen, als es bisher in seiner Familie üblich war. Aber immer noch nimmt er sehr gerne die Sense und den Rechen in die Hand und arbeitet in seinem großen Garten. Er braucht die Verbindung zur Erde. Er möchte säen und pflanzen und ernten und pflegen. Es ist für ihn wichtig, etwas mit den Händen zu tun und nicht nur am Schreibtisch zu sitzen.

 

Dieses Aquarell, das ich für ihn nach einem alten Schwarz-Weiß-Photo geschaffen habe, hängt in seinem Wohnzimmer und verbindet ihn mit den guten Erinnerungen seiner Kinderzeit. Ich habe das übrigens auch für mich selbst gemacht. Aus Kinderphotos, die mir viel bedeuten, habe ich farbenfrohe Aquarelle geschaffen und sie in mein Wohnzimmer gehängt. Sie verbinden auch mich mit mit guten Erinnerungen an meine Kinderzeit.

 

Ich mache das gerne auch für Sie! Zeigen Sie mir Ihre Kinderphotos und ich schaue, was daraus werden kann. Und Sie werden sehen: Auf diese Weise sind gute Erinnerungen viel präsenter als im Photoalbum. 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen????

Als Kind habe ich gelernt: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!" In unserer Familie war das eine unumstößliche Regel. Und es gab immer so viel zu tun. Vor allem für mich als älteste Tochter. Das Vergnügen ist da so oft auf der Strecke geblieben. Es war einfach kein Raum dafür. 

 

Dieses Mädchen mit den Seifenblasen ist auch ein fleißiges, gewissenhaftes Kind. Aber ihre Eltern haben ihr von Anfang an ihr Vergnügen gegönnt. Sie hatte immer Zeit für Spiel und Freunde, und sie ist in einer liebevollen, fürsorglichen Atmosphäre aufgewachsen. Die Familie hat mich sehr beeindruckt. Darum habe ich dieses Aquarell gemalt. Und auch um mich daran zu erinnern: Gönne dir auch das Vergnügen! Und nicht erst dann, wenn alle Arbeit erledigt ist. Gönne es dir auch zwischendurch mal. Die Arbeit wird dann wieder leichter von der Hand gehen. 

 

Dieses Bild spricht auf gute Weise zu mir. Wird es auch zu Ihnen sprechen?