24. August 2025
Ich bin in diesem Sommer für ein paar Tage zurückgekehrt in das Paradies meiner Kindheit. Es ist eine Landschaft nördlich von Speyer am Rhein. Die Arme des Altrheins verbinden sich dort mit mehreren Baggerseen. Die Landschaft wirkt wie ein Labyrinth aus Wasser und Wäldern und Feldern. Es ist still dort. Man trifft nur wenige Leute. Ein paar Radfahrer, Spaziergänger. Leute, die am Rand des Wassers sitzen und angeln. Kinder, die sich im Wasser vergnügen. Eltern, die ein Auge auf sie haben....
16. August 2025
Hans schaut jeden Tag nach seinen Bäumen. Er pflegt eine große Baumwiese am Ortsrand. Die ältesten Bäume hat schon sein Großvater gepflanzt. Schon als Kind war Hans dort draußen. Zwischen den Bäumen hat er gespielt. Er hat geholfen, Obst aufzulesen. Er hat gelernt, auf die Bäume zu steigen, mit und ohne Leiter. Er hat die Namen der alten Obstsorten gelernt: Brettacher, Berlepsch, Goldparmänen, Boskop und Gewürzluiken. Nach Herzenslust durfte er Äpfel essen. Er hat beim Mosten...
10. August 2025
Ein altes Abendgebet fällt mir ein. Ich erinnere nicht mehr den ganzen Text auswendig. Aber ein Teil davon ist mir ganz präsent: "Herr, bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt." Die schlimmen Nachrichten aus aller Welt gehen nicht spurlos an uns vorüber. Immer wieder schleicht sich die Frage ein, ob es sein kann, dass die Lebensmöglichkeiten auf der Erde bald zu Ende gehen. So viel Zerstörung und Krieg und Gewalt vernichten Menschen und Tiere und Pflanzen....
03. August 2025
Meinen Eltern war es wichtig, uns Kindern gutes Benehmen beizubringen. Eine Regel, die ich früh lernte, hieß: "Beginne Briefe niemals mit dem Wörtchen "ich". Wenn du mit "ich" anfängst, wirkst du wie eine Angeberin oder eine Egoistin. Viel besser ist es, wenn du zeigst, dass du dich für die anderen interessierst. So schrieb ich z.B: "Liebe Tante Inge, wie geht es dir? Mir geht es gut..." Das Wörtchen "ich" galt als verdächtig. Das war nicht nur in unserer Familie so. Wir haben nicht...
26. Juli 2025
Auf dem Weg nach Schwaigern bin ich jeden Tag durch Niederhofen gefahren. Niederhofen ist ein Dorf, welches inzwischen nach Schwaigern eingemeindet ist. Ich bin als Kind und Jugendliche dort immer wieder hingekommen. Denn meine Großeltern und zwei ihrer Söhne waren dort beerdigt. Unsere Familie hat nach den Gräbern geschaut. Das gab uns immer wieder einen Anlass, um nach Niederhofen zu kommen. Niederhofen war für mich als Kind eine fremde, faszinierende Welt. Wir kannten dort niemanden...
20. Juli 2025
Die Ausstellung in Schwaigern geht bald zu Ende. Ich genieße die Begegnungen mit den Besucherinnen und Besuchern und die tiefen Gespräche. Ich genieße das Zusammensein mit meiner Freundin Gudrun, die an jedem Ausstellungstag mit mir in der Kirche ist und so schön musiziert. Ich genieße das lebhafte Interesse derer, die zu den Ausstellungsführungen und Malvorführungen kommen und viele Fragen haben. Ich genieße die liebevolle Fürsorge durch meinen Mann, der nun schon gründlich darüber...
10. Juli 2025
Susanne hat eine schwere Nacht hinter sich. Aber nun ist sie wach. Nun steht sie auf. Sie wäscht ihr Gesicht mit kaltem, klaren Wasser. Sie macht sich einen starken Tee. Jetzt kann der Tag beginnen. In der Nacht hat sie schreckliche Alpträume gehabt. Sie hat gesehen, wie Bomben vom Himmel fallen und Menschen schreien, voller Furcht. Häuser zerbersten, Kinder weinen, Alarmsirenen heulen, und sie war mittendrin. Manche Szenen aus den Träumen weiß sie auch noch jetzt, am Morgen. Sie macht...
06. Juli 2025
Bei dem Aufbau der Ausstellung in Schwaigern haben wir nach dem passenden Platz für das Gemälde vom Feuer gesucht. Schließlich wurde klar: Der passendste Platz ist vor dem Altar. Nun steht es dort und zieht alle Blicke auf sich und löst viele Empfindungen und Gedanken aus. Es ist zum zentralen Blickpunkt geworden. Das ist eine Überraschung, sowohl für mich selbst als auch für die Besucherinnen und Besucher.
29. Juni 2025
Ich beschäftige mich gerade sehr viel mit der Kraft des Feuers. Meine Gedanken dazu sind erst im Werden. Aber ich musste unbedingt ein Bild von Feuer malen. Als ich einer Freundin davon erzählte, hat sie mir eine besondere Geschichte erzählt, die sie erlebt hat. Diese Geschichte erzähle ich Ihnen und Euch heute weiter. Die Namen darin sind natürlich geändert.
21. Juni 2025
Wir waren ein paar Tage verreist. Nun sind wir wieder zuhause. Und wir sind glücklich über unseren Garten. Welch eine Fülle von Blüten leuchtet uns entgegen. Welch eine Fülle von Beeren ist herangereift! Freunde aus der Nachbarschaft haben unseren Garten gegossen, solange wir fort waren. Und sie haben die Erdbeeren geerntet, die in dieser Zeit reif wurden. Jeden Tag konnten sie aus der Fülle nehmen. Sie haben Marmelade gekocht und Erdbeeren eingefroren. Ihre Enkelkinder haben sie mit...