
Bärbel strahlt. Gerade ist sie im Kursraum eingetroffen. Es ist ein schöner Tag. Sie hat in ihrer Ferienwohnung gut geschlafen. Die Sonne lacht vom Himmel. Die Vögel zwitschern. Wir haben vor, Magnolien zu malen. Gudrun überreicht ihr einen Zweig vom Lorbeerbaum. Für alle hat Gudrun einen Lorbeerzweig mitgebracht. Sie würzt gerne mit Lorbeerblättern, und sie macht gerne anderen eine Freude. Darum hat sie die Zweige vom Lorbeerbaum in ihrem Garten mitgebracht. Ich bin heute morgen heiter aufgelegt. Ich sehe die Szene mit der Überreichung des Zweiges und sage: "O, schau mal! Du bekommst heute Vorschusslorbeeren!" Wir lachen. Heiterkeit breitet sich zwischen uns aus.
Am Abend vorher waren wir sehr müde auseinandergegangen. Wir hatten eine Einstiegsübung für den Kurs gemacht. Eine Magnolienblüte ganz klein, im Postkartenformat. Alle Teilnehmerinnen haben gemerkt, wie schwer es ist, diese Blüte so darzustellen, dass sie dreidimensional wirkt. Die meisten waren ganz und gar nicht begeistert von ihrem ersten Ergebnis. Und manche haben ihre gesundheitlichen Einschränkungen sehr stark gespürt. Eine hat große Probleme mit den Augen. Es ist schwer für sie, die feine Abstufung der Farben zu sehen. Die andere hört schlecht. Sie bekommt nur einen Teil von meinen Erklärungen mit. Eine andere hat Schwierigkeiten mit den Handgelenken. Eine zittert sehr mit der Hand. Eine leidet unter einer Blutbildungsstörung und ist darum gerade ziemlich geschwächt. Aber alle malen für ihr Leben gerne, und sie sind immer froh, zum Kurs zu kommen und etwas Neues zu lernen und andere Frauen und Männer zu treffen, die ihre Leidenschaft teilen. Darum sind sie gekommen, trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen. Sie sind nicht zum ersten Mal im Kurs bei mir. Alle sind "Wiederholungstäterinnen".
Sie wissen aus den vorherigen Kursen, dass letztlich jede mit einem schönen Bild nach Hause geht. Sie vertrauen darauf, dass ich ihnen viel Wissen und Erfahrung weitergebe, und dass ich viele Kniffe kenne, mit denen verunglückte Stellen in einem Bild ausgebessert werden können.
In der Morgenrunde sagt Bärbel: "Eigentlich wird ja behauptet, man solle den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber ich sehe das anders. Der Tag wird doch bestimmt viel besser, wenn wir ihn schon morgens loben!" Die anderen geben ihr Recht. Iris sagt: "Am besten wäre es, den Tag am Morgen und am Abend zu loben!" Mit guten Vorsätzen und Freude gehen wir ans Werk. Und es ist klar: Jede kann um Hilfe bitten, jederzeit. Ich helfe gerne, und die Teilnehmerinnen untereinander helfen sich auch. Im Laufe des Tages erschafft jede ein wunderschönes Magnolienbild. Jede Teilnehmerin hat das Format und die Größe gewählt, die ihr am besten gefällt. Von Stunde zu Stunde werden die Bilder überzeugender, kraftvoller, ausdrucksvoller. Wir geben einander Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Wir sind ehrlich miteinander. Wir sagen einander: "Hier hast du dich mit der Farbe vertan." Oder: "Diese Form sieht noch nicht gewölbt aus". "Hier stimmt der Kontrast noch nicht." Wir freuen uns daran zu sehen, wie jede die nötigen Korrekturen umsetzen kann. Wenn sie es nicht alleine schafft, helfe ich. Abends sind die Bilder fast fertig. In der Schlussrunde betrachten wir die fast vollendeten Bilder. Wir sehen, dass in jedem Bild noch einiges zu tun ist. Aber wir sind guter Zuversicht, dass wir das schaffen werden. Alle sind zufrieden und froh. Iris sagt: "Diesen Tag können wir wirklich auch jetzt am Abend loben!" Alle bekräftigen das.
Wir essen zusammen zu Abend. Alle haben etwas mitgebracht. Margarete hat knusprige Seelen gebacken. Susanne hat einen köstlichen Linsensalat mitgebracht. Alles mundet hervorragend. Auch hier sparen wir nicht mit unserem Lob. Dann gehen wir auseinander, jede in ihr Quartier. Wir sind alle richtig müde. Wir haben uns angestrengt. Manche fallen gleich ins Bett. Andere sitzen noch eine Weile zusammen. Karin hat ihre Veeh-Harfe mitgebracht und spielt die zarten Klänge. Es gibt noch manches zu bereden und auszutauschen. Die Gemeinschaft, die bei den Kursen entsteht, erfreut alle von Herzen.
Am nächsten Morgen geht es an den Feinschliff im Bild. Letzte Korrekturen werden ausgeführt. Die Bilder werden eingerahmt. Im Passepartout wirken sie viel stärker als auf dem Malbrett. Wir sind begeistert. Dann kommt der feierliche Abschluss. Jede stellt ihr Bild den anderen vor. Einige haben sich schon einen schönen Titel für ihr Bild überlegt. Jede bekommt einen großen Applaus von der Gruppe. Rosemarie fasst sich ein Herz und erzählt uns, dass ihr Bild etwas von dem Trauerprozess widerspiegelt, den sie gerade durchlebt. Das berührt uns. Wir sehen in ihrem Bild die Zuversicht, die darin aufleuchtet.
Zum Schluss trinken wir zusammen ein Gläschen alkoholfreien Sekt, beglückwünschen einander und sagen einander danke für die schöne Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Wir brauchen keine Lorbeerkränze auf dem Kopf. Aber wir sind voller Hochachtung für das, was jede erschaffen hat und für das, was jede von ist. Wir trauen uns, das einander auszudrücken. Ein bisschen Wehmut ist im Raum, weil wir uns voneinander verabschieden müssen. Aber wir bleiben in Verbindung, auch über den Kurs hinaus.
Diese Kurse sind ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich bin so froh darüber, dass ich mein Wissen und meine Erfahrung weitergeben kann. Es ist ein tiefes Glück, die gemeinsame Schaffensfreude zu erleben und zu sehen, welche interessanten Ideen die Teilnehmerinnen umsetzen. Ich bin ein Teil im Netzwerk der Beziehungen, das durch diese Kurse entsteht. Und die Kursteilnehmerinnen helfen mir bei der Werbung für die Ausstellung. Alle haben Plakate oder Flyer mitgenommen und verteilen das in ihrem Umfeld. Ich bin sehr dankbar dafür.
In unserer Kursgemeinschaft gehen wir großzügig mit Lob und Dank um. Und die meisten von uns richten Lob und Dank auch an den, dem wir unser Leben verdanken und der uns mit so viel Schönheit, Licht und Liebe beschenkt. Ich tue es an jedem Morgen, und falls ich nicht zu müde dafür bin, auch nochmals am Abend. Jeder Tag unseres Lebens ist des Lobes wert.
Ganz herzliche Grüße!
Gabriele Koenigs
Ich bin jetzt dabei, mein neuestes Buch zu vollenden, in Zusammenarbeit mit meinem Designer Joachim Pannasch, der ein großes ästhetisches Gespür hat und viel Geduld und Sorgfalt für alle meine Wünsche und Ideen. Das Buch wird am 1. Mai erscheinen und ab dem 1. Ausstellungstag erhältlich sein. Es wird wieder 60 Seiten haben. Es enthält Gemälde und Geschichten, Lieder und Gedichte und Bibeltexte. Diesmal habe ich den Untertitel gegeben: "Gemälde und mehr". Es wird in bewährter Qualität gedruckt. Wegen der allgemeinen Preissteigerungen, auch für Papier, wird es diesmal 22,50 € kosten. Aber alle, die es in der Ausstellung kaufen und diejenigen, die es bis Ostern vorbestellen, bekommen es zum Sonderpreis für 20 €.
Durch Ihre Vorbestellungen helfen Sie mir die Höhe der Auflage abzuschätzen.
Hier können Sie ein schönes Morgenlied voller Gotteslob hören : "Gelobt sei deine Treu.... "
Den Text finden Sie im evangelischen Gesangbuch.
Viel Freude beim Anhören und Mitsingen!
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Hier können Sie Michael Stillwater mit einem Lied voller Dankbarkeit hören. Grateful in the morning... Es geht ganz leicht ins Ohr, so dass Sie ohne Problem mitsingen können.
Viel Freude dabei!
Übrigens habe ich einige seiner Lieder mitsamt deutscher Übertragung in mein neuestes Buch aufgenommen, als besonderen Bonus für alle Leserinnen und Leser.
