
Das Maiengrün, das wir im Augenblick jeden Tag sehen können, ist überwältigend schön. Welch eine Fülle an frischem Laub! Vor 4 Wochen oder 6 Wochen war der Anblick noch ganz anders. Nur wenige kleine Blättchen waren zu sehen. Sie waren Vorboten der Fülle, die kommt. Ich habe mich an ihnen sehr gefreut und habe dieses Aquarell gemalt. Nun hängt es in der Kirche in Baden-Baden und erfreut mich und die Besucherinnen und Besucher, die es sehen. Im Zusammenspiel mit dem Licht und der Architektur der Kirche entstehen manchmal sehr besondere Anblicke. Meiner Freundin Gudrun Specht ist eine fabelhafte Aufnahme gelungen, in der dies Bild und die Kirchenarchitektur verschmelzen.
Als ich vor 20 Jahren anfing, malen zu lernen, träumte ich noch nicht davon, dass ich es einmal richtig gut können würde und meine Bilder sogar öffentlich ausstellen würde. Und als es dann doch so weit war und ich damit begann, meine Bilder in Kirchen auszustellen, hatte ich oft sehr kleine und schlecht beleuchtete Kirchen. Ich war dennoch glücklich über die Gelegenheit, die sich mir bot. Eine der ersten Ausstellungen war in der Urlauberkapelle in Cuxhaven-Duhnen, die nur 40 Stühle für Besucher hatte und keine vernünftigen Flächen für Bilder. Ich habe damals nur wenige Bilder mitgebracht. Und sie waren alle kleinformatig. Aus dem kleinen Anfang ist aber doch etwas geworden, und es ist gewachsen von Jahr zu Jahr. Nun darf ich in einer großen und sehr schön renovierten Kirche ausstellen. Es ist genügend Platz, auch für meine allergrößten Bilder. Die Lichtverhältnisse sind ausgezeichnet. Schon an den beiden ersten Ausstellungstagen sind Hunderte Besucherinnen und Besucher in der Kirche gewesen und haben die Ausstellung gesehen. Viele haben sehr positiv darauf reagiert. Es gab sehr schöne Begegnungen. Und ich habe schon am 1. Ausstellungstag einen neuen Bildauftrag für ein Kinderportrait bekommen. Und: Es ist eine katholische Kirche, in der jetzt meine Bilder hängen. Das ist eine große Erweiterung meines Horizonts und Aktionsradius. Auch das ist mehr als das, was ich mir jemals vorgestellt habe.
Aus kleinen Anfängen kann etwas Großes werden. Es ist wichtig, dass wir das niemals vergessen. Schneller Erfolg ist selten. Normalerweise gehört Beharrlichkeit dazu, Hingabe, Fleiß und Freude, damit sich etwas in unserem Menschenleben entwickelt. Auch in der Politik und in der Friedensarbeit und in der pädagogischen Arbeit und in der wissenschaftlichen Arbeit ist es so. Die Entwicklung geht langsam, Schritt für Schritt. Dranbleiben ist alles. Und auf die Signale achten, die wir vom Gottesgeist bekommen. Wir werden geführt. Davon bin ich fest überzeugt. Darum gehe ich im Vertrauen, Schritt für Schritt.
Ich bin sehr dankbar und froh über all die Begegnungen hier. Und es gibt immer wieder Menschen, die uns etwas helfen. Sie kommen mit ihren Ideen und ihrer Tatkraft und ihrem offenen Herzen. Da waren zum Beispiel vier Bilder einfach nicht so gut beleuchtet, wie sie es verdient hätten. Eine Frau sagte: "Da müsste man kleine Lampen ohne Kabel installieren. Es soll ja niemand stolpern." Sie hat welche bestellt und gebracht, und die Wirkung ist sehr gut. Ein anderes Beispiel: Wir haben einen Plakataufsteller, der vor der Kirchentür steht, um die Leute zur Ausstellung einzuladen. Aber die Kirche wird von zwei Seiten her betreten. Jemand aus dem Kreis der Ehrenamtlichen hier hat zuhause einen eigenen Plakataufsteller. Er brachte ihn für uns, und dazu eine Beschriftung in mehreren Sprachen mit der Einladung zur Ausstellungsbesichtigung. Einer kam den ganzen Tag mit seinem Werkzeug und seinem Geschick und hat beim Aufstellen der Stellwände und Ständer geholfen. Eine brachte eine Stehlampe, damit meine Freundin Gudrun am E-Piano ihre Noten gut sehen kann. Dass die Ausstellung nun so schön geworden ist, verdanken wir der Hilfe und Freundlichkeit von vielen. Und auch dies stärkt mein Gottvertrauen. Es wird mir immer so viel Hilfe geschickt, wie ich brauche. Davon bin ich fest überzeugt.
Ganz herzliche Grüße aus Baden-Baden!
Gabriele Koenigs
P.S. Freitag nachmittags mache ich Malvorführungen im Gemeindehaus, gegenüber der Kirche. Dort zeige ich am 15. 5., wie das Aquarell "Alles muss klein beginnen" entsteht. Es ist nicht eng an eine Photovorlage gebunden, sondern ist freie Improvisation. Sehr spannend!

Der Liedermacher Gerhard Schöne hat ein sehr schönes Kinderlied mit dem Titel "Alles muss klein beginnen" gemacht. Das können Sie hier hören. Viel Freude dabei!
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