
Heute bin ich sehr früh wachgeworden. Einige Leute aus dem Hotel mussten wohl früh aufstehen, um die Abreise nicht zu verpassen. Die Zimmer sind hellhörig. Eine Stunde lang war heftige Unruhe im Haus. Nun ist es wieder still hier drinnen. Aber draußen zwitschern die Vögel. Ein Hund bellt. Ein anderer antwortet ihm. Die Sonne ist aufgegangen. Sie scheint jetzt hell in mein Zimmer hinein. Ich kann mein elektrisches Licht ausschalten. Ein neuer Tag beginnt.
Ich muss heute gar nichts tun. Ich darf einfach nur ausruhen. Atmen. Schauen. Spüren. Schmecken. Lauschen. Sein. Wunderbar! Ich freue mich an der Ruhe, am Licht und an der Schönheit. Es hat eine Weile gedauert, bis der Druck von mir abgefallen ist. Eine anstrengende Zeit liegt hinter mir. So vieles war zu tun und zu bedenken, jeden Tag. Es gab gar keinen Ruhetag. Und es gab so viele Begegnungen und Gespräche und Ideen. Ich habe viel erzählt und viel zugehört. Jetzt bin ich meistens allein. Welch ein Kontrast! Meine Seele kommt zur Ruhe. Das ist es, was ich jetzt brauche.
Wir Menschen sind keine Maschinen. Man kann nicht einfach "abschalten". Alles, was gewesen ist, klingt in uns nach und bewegt uns. Alles, was kommt, beschäftigt uns schon im Vorhinein. Selbst wenn es um uns herum still ist, kann in uns große Unruhe sein. Es dauert, bis auch der Geist zur Ruhe kommt. Man könnte ja noch so viel erledigen, wenn gerade freie Zeit ist. Emails schreiben, Dankesbriefe schreiben, Filme anschauen, Vorträge anhören, lesen, telefonieren, ein Projekt entwerfen. Fotografieren, skizzieren, Videos drehen, Besichtigungen machen. Ich könnte mich beschäftigt halten. Aber ich entscheide mich, das nicht zu tun. Ich möchte zur Ruhe kommen. Denn das ist es, was ich jetzt brauche.
In der Ruhe tut Gott sein heiliges Werk an mir. In der Ruhe werde ich aufrichtig. Ich bemerke, wo es mir an Vertrauen noch mangelt. Und ich bekomme eine Ahnung davon, wie wunderbar ich geführt werde. In der Ruhe entdecke ich, was Leben wirklich ist. Dank steigt in mir auf, Anbetung und Lobgesang. Ich verbinde mich mit allen, die unseren Gott mit aufrichtigem Herzen loben.
"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn!"
Ganz herzliche Grüße aus Griechenland! Alles Liebe und Gute für euch und für Sie!
Gabriele Koenigs
Hier können Sie den schönen Kanon hören: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Ob Sie das wohl dazu verlockt, diese Worte und Töne selbst auf Ihre Lippen zu nehmen? Oder ob Sie sie einfach in sich nachklingen lassen? Gönnen Sie sich einen Moment der Ruhe dafür!
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Und hier können Sie eines der wichtigsten Anbetungslieder in griechischer Sprache hören, gesungen von einem Kinderchor und von einem orthodoxen Mönch: Agios o Theos. Übersetzt: Heiliger Gott, starker Gott, unsterblicher Gott, erbarme dich über uns!"
