Schreck, lass nach!

Die Ohren spitzen. Aquarell von Gabriele Koenigs (2026). Im Passepartout für Bilderrahmengröße 40 cm x 40 cm. Als Original erhältlich
Die Ohren spitzen. Aquarell von Gabriele Koenigs (2026). Im Passepartout für Bilderrahmengröße 40 cm x 40 cm. Als Original erhältlich

"Ich kann mich gar nicht mehr konzentrieren!" "Ich weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht!" "Keine Ahnung, wie es weitergehen soll!" "Schreck, lass nach!" 

 

Wahrscheinlich haben viele von Ihnen und von euch solche Situationen erlebt, in denen man gar nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Ich habe jetzt auch gerade solche Schreckenstage hinter mir. Mein Mann kam plötzlich in eine Situation, in der nur noch eines half: Notfallaufnahme im Krankenhaus. Die Details seiner Erkrankung möchte ich hier nicht ausbreiten. Das ist auch gar nicht nötig. Nur eines ist jetzt wichtig: Es wurde uns geholfen. Nicht nur einmal, sondern mehrere Male. Das Problem ist noch nicht überstanden. Aber wir können jetzt damit umgehen und wissen, wohin wir uns wenden müssen, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind. Der Schrecken hat nun wirklich nachgelassen, und wir können wieder viel klarer denken. Es dreht sich nun nicht mehr alles um diese Erkrankung. Wir wenden uns von neuem dem Leben zu. Manches von dem, was bereits geplant war, musste abgesagt werden. Aber davon geht die Welt nicht unter. Es geht auch anders. Wir werden es sehen. 

 

Ich bin dankbar für die freundlichen und kompetenten Menschen, denen wir im Krankenhaus begegnet sind. Ihr Dienst ist gar nicht hoch genug zu achten. Dass man Tag und Nacht kommen kann, wenn es nötig ist: Wie kostbar ist das! Dass Menschen ihre eigene Nachtruhe opfern, um denen beizustehen, die es gerade brauchen: Wie kostbar ist das! Und dass Ehrenamtliche da sind, die den Patienten und Besuchern helfen, sich im Labyrinth des Krankenhauses durchzufinden und ein freundliches Begrüßungswort sagen: Wie kostbar ist das! Und ich bin dankbar für die lieben Menschen um uns, die ihre Anteilnahme und Verbundenheit zeigen auf vielerlei Weise. Gerade in Schreckenszeiten brauchen wir einander so sehr. Kleine Gesten können große Wirkung haben. 

 

Wir brauchen einander. Keiner kann das Leben alleine bestehen. Kein Schäfchen, kein Mann und keine Frau und kein Kind kann das Leben alleine bestehen. Wir sind für einander erschaffen. 

 

Ein uraltes Gebet, welches dem König David zugeschrieben wird, spricht von dem großen Vertrauen, welches uns hilft, das Leben zu bestehen, insbesondere in Schreckenszeiten. 

 

 

Der Herr ist mein Hirte, 
mir wird nichts mangeln. 
Er weidet mich auf einer grünen Aue 
und führet mich zum frischen Wasser. 
Er erquicket meine Seele. 
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, 
fürchte ich kein Unglück; 
denn du bist bei mir, 
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde. 
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein. 
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, 
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
(Psalm 23) 

 

 

 

Dass auch Sie immer wieder durch Schreckenszeiten hindurchkommen und Hilfe erfahren und neues Vertrauen schöpfen, wünsche ich Ihnen und euch von ganzem Herzen

 

Gabriele Koenigs 

 

 

 


Als ich ein Kind war, brachte meine geliebte Großmutter mir das Kinderlied bei: "Weil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten..." Wie oft haben wir das zusammen gesungen! Kennen Sie das Lied vielleicht auch?

 

Hier improvisiert Markus Süß an der Orgel über dieses Lied, und es ist mit Fotos von fröhlichen Schafen unterlegt. Einfach köstlich!!!!! 

 

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Hier können Sie eines der schönsten Stücke Kirchenmusik hören, das ich kenne. Bernhard Klein (1793 - 1832) hat den Psalm 23 vertont. Normalerweise wird diese Musik von Männerchören aufgeführt. Aber hier singt ein gemischtes Quartett von Frauen und Männern. Die Aufnahme stammt aus der Coronazeit, mit viel Abstand zwischen den Sängerinnen und Sängern. Excellent! Viel Freude beim Hören!