
Silvia ist überglücklich. Vor ein paar Tagen wurde sie am Herzen operiert. Sie war bei vollem Bewusstsein. So hat sie mitbekommen, wie sehr sich die beiden Ärzte bemüht haben und wie schwierig diese Operation gewesen ist. Ein Teil ihrer Blutgefäße war so verstopft und so eng geworden, dass der Blutfluss nicht mehr funktionierte. Die Gefäße mussten erweitert werden und Stents eingesetzt werden. "Der Schweiß floss den Ärzten in Strömen", sagt sie. Und: "Sie haben ganz viel Erfahrung mit dieser Operation, die ich brauchte. Sie sind darauf spezialisiert." "Ich war zuversichtlich und wusste mich in den besten Händen."
Eigentlich hatte sie vorgehabt, nach Südfrankreich in den Urlaub zu fahren. Eine Freundin wollte ihr ermöglichen, eine Zeit in ihrem Ferienhaus zu verbringen. Aber dann waren in der Nähe große Waldbrände ausgebrochen. "Du könntest nicht gut spazieren gehen", hat ihre Freundin gesagt. "Und du müsstest sehr vorsichtig in allem sein!" Silvia spürte, wie in ihr ein Warnsignal aufleuchtete. "Wahrscheinlich passt es gerade nicht", dachte sie. "Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich diese Reise verschiebe!" Sie blieb zuhause. Das Telefon klingelte. "Wir können Ihnen einen Operationstermin anbieten, wenn Sie flexibel sind und gleich morgen kommen", sagte die freundliche Mitarbeiterin am Telefon. Dankbar nahm Silvia das Angebot an. "Wie gut, dass ich nicht gefahren bin", dachte sie. Ein Dankgebet stieg gen Himmel. "Danke, dass da nun endlich ein Arzt ist, der sich an diese Operation herantraut!" „Danke, dass ich nicht mehr länger auf die Operation warten muss!“
Vor zwei Monaten sollte diese Operation bereits stattfinden. Ursprünglich sollte sie in dem Krankenhaus stattfinden, das in ihrer Nähe ist. Dort war sie bereits wegen ihrem Herzinfarkt behandelt worden. Als sie am Morgen zur Operation kam, wurde ihr gesagt: "Wir können das heute nicht machen. Für diese schwierige Operation haben wir heute kein Personal." "Machen Sie bitte einen neuen Termin!" Als sie zu dem neuen Termin wiederkam, gab es noch einmal Ausflüchte. Wieder wurde sie unverrichteter Dinge nach Hause geschickt. Natürlich war sie zunächst sehr enttäuscht und ärgerlich. Es ist wirklich nicht schön, bestellt zu werden und dann doch wieder heimgeschickt zu werden. Und dies gleich zweimal! Aber jetzt ist sie sicher: "Diese Ärzte wären mit der Operation überfordert gewesen. Wie gut, dass sie es nicht gemacht haben!" "Ich bin so wunderbar geführt worden!" "Wie gut, dass ich diese andere Klinik gefunden habe! Wie gut, dass mein Kardiologe mir diese empfohlen hat!"
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag hatte sie ihren Herzinfarkt. Sie hatte sehr früh damit angefangen, für ihren Geburtstag einzukaufen und die Bewirtung und die Dekoration zu planen. Sie wusste gar nicht, warum sie es so früh gemacht hat. Es war wie ein innerer Drang in ihr. Im Nachhinein sieht sie: "Es war genau richtig so!" Als sie aus der Klinik nachhause kam, war alles bereit. Mit der Hilfe ihrer Familie und ihrer Freunde konnte sie ein schönes Fest feiern, trotz allem. Oder gerade nun erst recht. "Wie schön ist es, am Leben zu sein!" "Und wie gut werde ich geführt, immer wieder!" Das ist wahrlich Grund zum Feiern und zum Danken.
Immer wieder bekommt sie Signale. Sie kommen von Gott. Sie kommen von ihrer inneren Stimme. Sie kommen auch von Menschen. Sie ist bereit, darauf zu hören und sich führen zu lassen. Sie geht im Vertrauen, Schritt für Schritt. Ich tue es auch.
Die Geschichte, die sie mir erzählt hat, hat mich zu meinem neuesten abstrakten Gemälde inspiriert. Können Sie den Zusammenhang sehen? Und: Ich habe den Bildtitel noch nicht festgelegt. Ich bin gespannt darauf, ob mir jemand einen passenden Bildtitel vorschlagen wird.
Ganz herzliche Grüße
Gabriele Koenigs
Hier können Sie Siegfried Fietz hören und sehen. Er hat die bekannte Melodie zu dem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer geschaffen: "Von guten Mächten wunderbar geborgen..."
Viel Freude beim Hören und Mitsingen!
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Siegfried Abel hat eine weitere Melodie zu diesem Gedicht geschrieben. Hier hören Sie ein paar Solisten, die zusammen diese Melodie singen. Es ist eine Aufnahme aus der Zeit der Pandemie. Darum haben die Sängerinnen und Sänger so viel Abstand zu einander.
Im Evangelischen Gesangbuch finden sich beide Melodien. Möchten Sie diese vielleicht auch einmal ausprobieren? Viel Freude dabei!
